Aktive Fonds gegen Indexfonds: Was 10 Jahre Daten zeigen
Aktive Fondsmanager wollen den Markt schlagen. Die Langzeitdaten zeigen, wie selten das gelingt, und eine einfache Rechnung erklärt, warum.
Kurz gesagt
- In den 10 Jahren bis Mitte 2026 lagen 89 % der aktiven Schweizer Aktienfonds hinter ihrem Vergleichsindex.
- Bei europäischen, globalen und US-Aktienfonds in Euro waren es 97 bis 98 %.
- Fast ein Drittel der Schweizer Aktienfonds verschwand in diesen 10 Jahren ganz, durch Fusion oder Auflösung.
- Vor Kosten erzielen aktive Anleger im Durchschnitt die Marktrendite, nach Kosten weniger. Das folgt aus reiner Arithmetik.

Der Indexanbieter S&P Dow Jones Indices vergleicht zweimal im Jahr, wie viele aktiv verwaltete Fonds ihren Vergleichsindex schlagen. Der Bericht heisst SPIVA; die neueste Ausgabe für Europa reicht bis Ende Juni 2026. Jeder Fonds zählt darin gleich viel, und Fonds, die unterwegs geschlossen wurden, zählen mit.1
Die Zahlen
Anteil der aktiven Aktienfonds, die hinter ihrem Vergleichsindex lagen, bis Ende Juni 2026:1
| Kategorie | 1 Jahr | 5 Jahre | 10 Jahre |
|---|---|---|---|
| Schweizer Aktien | 87 % | 90 % | 89 % |
| Europäische Aktien (Euro) | 87 % | 94 % | 97 % |
| Globale Aktien (Euro) | 72 % | 95 % | 98 % |
| US-Aktien (Euro) | 70 % | 96 % | 97 % |
| Schwellenländer-Aktien (Euro) | 39 % | 74 % | 88 % |
In den meisten Kategorien gilt: Je länger der Zeitraum, desto deutlicher das Bild. Bei Schwellenländerfonds schlugen über ein Jahr rund 61 % ihren Index, über 10 Jahre noch 12 %.1
Viele Fonds verschwinden
Von den 184 Schweizer Aktienfonds, die Mitte 2016 existierten, gab es zehn Jahre später nur noch 70 %. Bei europäischen Aktienfonds waren es 57 %. Die übrigen wurden mit anderen Fonds zusammengelegt oder aufgelöst. Laut S&P geschieht das meist nach anhaltend schwacher Leistung.1 Wer nur die heute angebotenen Fonds vergleicht, sieht deshalb ein zu freundliches Bild.
Warum das so ist
Der Ökonom William Sharpe hat 1991 gezeigt, warum aktive Anleger im Durchschnitt hinter dem Markt liegen müssen, unabhängig davon, wie geschickt einzelne sind. Alle Anleger zusammen besitzen den ganzen Markt. Wer passiv anlegt, erhält vor Kosten genau die Marktrendite. Also müssen auch alle aktiven Anleger zusammen vor Kosten die Marktrendite erzielen. Nach Kosten liegt der durchschnittlich aktiv angelegte Franken deshalb zwingend hinter dem passiv angelegten.2
Einzelne aktive Fonds können den Markt schlagen. Im Durchschnitt aber frisst der Kostenunterschied den Vorsprung auf. In dieselbe Richtung weist eine Auswertung von Morningstar: Vom günstigsten Fünftel der US-Aktienfonds überlebten in den fünf Jahren bis Ende 2015 62 % und schlugen ihre Vergleichsgruppe, vom teuersten Fünftel nur 20 %.3 Wie stark schon ein halbes Prozent Gebühren über Jahrzehnte wirkt, zeigt unser Artikel zu Fondsgebühren.
Was das für dich heisst
Wer einen aktiven Fonds besitzt, sollte ihn ehrlich mit seinem Vergleichsindex messen, über mindestens 10 Jahre und nach allen Kosten. Liegt er dauerhaft zurück, zahlst du für eine Leistung, die du nicht bekommst. Ein breiter Indexfonds liefert dagegen fast genau die Rendite seines Index, abzüglich seiner meist tiefen Kosten.
Gebühren-Rechner
| Nach | A | B | Unterschied |
|---|---|---|---|
| 5 J. | CHF 12’462 | CHF 12’702 | CHF 240 |
| 10 J. | CHF 15’530 | CHF 16’134 | CHF 605 |
| 20 J. | CHF 24’117 | CHF 26’032 | CHF 1’915 |
| 30 J. | CHF 37’453 | CHF 42’001 | CHF 4’548 |
Vereinfachung: jedes Jahr dieselbe Rendite, Kosten direkt von der Rendite abgezogen, Sparbetrag am Monatsende. Ohne Steuern und Teuerung.
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So setzt du es um
0 von 4 erledigt
Was wir nicht wissen
- Vergangene Daten zeigen nicht, wie aktive Fonds in Zukunft abschneiden.
- Der Vergleichsindex selbst kostet nichts, ein Indexfonds darauf schon. Auch Indexfonds liegen deshalb leicht hinter ihrem Index.
- Warum der Anteil bei Schweizer Aktienfonds tiefer liegt als bei europäischen oder globalen Fonds, geht aus dem Bericht nicht hervor.
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