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Zone-2-Training: Hält der Longevity-Trend, was er verspricht?

Lange, ruhige Einheiten für die Mitochondrien: Zone 2 ist das Training der Stunde. Die Forschung sieht das nüchterner und kommt zu einer entspannteren Botschaft.

Mittlere EvidenzSo bewerten wir, 3 Minuten

Kurz gesagt

  • Zone 2 meint ruhiges Ausdauertraining unterhalb der Laktatschwelle. Die Empfehlung stützt sich vor allem auf Beobachtungen an Spitzensportlern.
  • Eine Übersichtsarbeit von 2025 kommt zum Schluss, dass die Daten Zone 2 nicht als beste Intensität für Mitochondrien und Fettverbrennung stützen.
  • In einer Meta-Analyse verbesserten gleichmässiges Dauertraining und Intervalltraining die Ausdauer beide stark, Intervalle etwas stärker.
  • Eine hohe Ausdauerfitness hängt eng mit einem längeren Leben zusammen. Dafür zählen ruhige und intensive Einheiten.
Ein Rennvelo auf einer langen, sanft geschwungenen Strasse.
KI-Illustration

Zone 2 bezeichnet Ausdauertraining mit tiefer Intensität, knapp unterhalb der Laktatschwelle. In populären Medien gilt es als die beste Intensität, um die Mitochondrien und die Fettverbrennung der Muskeln zu stärken und so Herz und Stoffwechsel zu schützen. Diese Empfehlung stammt vor allem aus Beobachtungen an Ausdauer-Spitzensportlern, die sehr viel in Zone 2 trainieren und eine hohe Kapazität der Mitochondrien haben.1

Was die Übersichtsarbeit findet

Eine Forschungsgruppe aus Kanada hat 2025 die Studienlage zu Zone 2 ausgewertet. Das Ergebnis: Die Daten stützen Zone 2 nicht als beste Intensität, um Mitochondrien und Fettverbrennung zu verbessern. Um den Nutzen für Herz und Stoffwechsel möglichst gross zu machen, seien höhere Intensitäten entscheidend, besonders bei wenig Trainingszeit.1

Aus Beobachtungen an Profis, die viele Stunden pro Woche trainieren, lässt sich also nicht einfach eine Regel für Menschen ableiten, die nur wenige Stunden pro Woche trainieren.

Ausdauerfitness zählt viel

Unbestritten ist, wie wichtig Ausdauer ist. Eine Studie mit 122’007 Patientinnen und Patienten, die an einer US-Klinik einen Belastungstest auf dem Laufband absolvierten, verfolgte deren Sterberisiko über im Median 8,4 Jahre. Das Viertel mit der geringsten Fitness hatte ein rund fünfmal so hohes Sterberisiko wie die fittesten gut 2 %. Wenig Fitness wog dabei ähnlich schwer oder schwerer als Rauchen, Diabetes oder eine koronare Herzkrankheit. Eine Obergrenze, ab der mehr Fitness nichts mehr brachte, fand die Studie nicht.2

Ruhig oder intensiv?

Wie man die Ausdauer am besten steigert, hat eine Meta-Analyse von 28 Studien mit 723 gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 45 Jahren untersucht. Gemessen wurde die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max), ein zentrales Mass für Ausdauer:3

TrainingZunahme gegenüber keinem Training
Gleichmässiges Dauertraining+4,9 ml/kg/min
Intervalltraining+5,5 ml/kg/min

Beide Trainingsformen wirkten stark. In den Studien, die beide Formen direkt verglichen, brachten Intervalle im Mittel 1,2 ml/kg/min mehr.3

Was du daraus machst

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen pro Woche 150 bis 300 Minuten Ausdauer mit mittlerer Intensität oder 75 bis 150 Minuten mit hoher Intensität oder eine Mischung, dazu an mindestens zwei Tagen Krafttraining.4 Ruhige Einheiten zählen dabei voll mit, eine exakte Zone ist nicht nötig. Wer nur wenig Zeit hat, holt mit ein paar intensiven Intervallen mehr heraus. Wie wenig Zeit beim Krafttraining genügt, zeigt unser Artikel zur Mindestdosis.

So setzt du es um

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Was wir nicht wissen

  • Zone 2 wird über die Laktatschwelle bestimmt. Ohne Messung lässt sie sich nur schätzen, etwa über Puls oder Gefühl.
  • Die Zusammenhänge zwischen Fitness und Lebenserwartung stammen aus Beobachtungsdaten. Fitte Menschen unterscheiden sich auch in anderen Punkten von weniger fitten.
  • Studien, die verschiedene Trainingsintensitäten über Jahre direkt am Sterberisiko vergleichen, sind selten.
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Roman, Herausgeber
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